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Diese Seite wendet sich speziell an professionelle Helfer und alle, die auf dem Weg dahin sind, einer zu werden. Natürlich dürfen aber auch alle anderen mitlesen. Es gibt keine Geheimnisse.


Geht es Ihnen vielleicht auch so wie mir? Sie haben sich intensiv mit der Verhaltenstherapie beschäftigt. Sie sind von den Vorteilen des kognitiv-behavioralen Ansatzes überzeugt wie etwa der Basierung auf den Erkenntnissen der empirischen Psychologie, der aktiven Rolle des Therapeuten sowie der Ziel- und Gegenwartsorientierung. Sie setzen die unterschiedlichen Methoden aus dem VT-Kanon routinemäßig ein und haben damit viel Erfolg. Allerdings machen Sie auch immer wieder die Erfahrung, dass 

nicht alle Patienten bereit sind, sich auf potenziell effektive Vorgehensweisen einzulassen, und insbesondere Expositionsmethoden (trotz intensiver psychoedukativer und motivationsfördernder Vorarbeit) relativ häufig abgelehnt werden,

nicht alle Patienten von den Interventionen profitieren,

ein Teil der Patienten zwar zunächst Fortschritte macht, später aber Rückfälle erleidet, und dass

ein Teil der Probleme der Patienten mit dem klassischen Repertoire der kognitiven VT nicht zu bearbeiten ist.

Dies waren jedenfalls Erfahrungen, die ich in meiner psychotherapeutischen Arbeit gemacht habe. Ich weiß, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen, denen es ähnlich geht, vom Gedankengut anderer Provenienz, etwa der Psychoanalyse oder der Gesprächstherapie, inspirieren lassen und „methodenübergreifend“ arbeiten. Ich habe einen anderen Weg gewählt und mich nach neueren Entwicklungen innerhalb des lerntheoretischen Feldes umgeschaut. Dabei bin ich auf die Ansätze der „dritten Welle“ gestoßen wie etwa die dialetisch-behaviorale Therapie (DBT), die funktional-analytische Psychotherapie (FAP), die achtsamkeitsbasierte Depressionstherapie und vor allem die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT). Insbesondere die Ideen und Vorgehensweisen dieses letzten Modells haben mich von Anfang an fasziniert. Vielleicht tragen mein Buch und diese Seiten ein wenig dazu bei, dass der Funke auf Sie überspringt.


Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) ist ein innovativer Ansatz, der in der Tradition der kognitiven Verhaltenstherapie steht, jedoch ähnlich wie andere neue Ansätze, etwa die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) oder die Methode der Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) akzeptanz- und achtsamkeitsbasierte Strategien in die Behandlung integriert.

Einzigartig an ACT sind die Fundierung des Vorgehens auf einer eigenen Theorie über das sprachliche Denken (Relational Frame Theory, RFT), eine spezielle Form der Arbeit mit dysfunktionalen Kognitionen, Methoden zur Stärkung des „Beobachter-Ichs“ sowie die prominente Einbeziehung der Wertvorstellungen der Patienten. Eine grafische Darstellung der zentralen therapeutischen Prozesse, die ACT postuliert  - das sogenannte Hexaflex -, finden Sie hier (PDF-Datei).

Zahlreiche empirische Untersuchungen wurden vorgelegt, in denen die Wirksamkeit des Verfahrens zur Behandlung unterschiedlichster Störungen untersucht wurde. So liegen Studien über die Effektivität von ACT bei Angststörungen, Depressionen, Suchterkrankungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, psychotischen Erkrankungen und chronischen Schmerzen vor.


Mein Buch "Das Leben annehmen" wendet sich an Menschen mit psychischen Problemen oder Störungen, die sich selbst helfen wollen, kann aber auch therapiebegleitend eingesetzt werden. Es ist darüber hinaus auch geeignet für Personen, die beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Menschen in seelischer Not zu tun haben und die ihr Verständnis über psychisches Leid vertiefen und ihr Repertoire an hilfreichen Interventionen ausweiten wollen.


Im März 2012 erschien im Beltz-Verlag in der Reihe Therapie-Tools mein neues ACT-Buch (nähere Informationen dazu in diesem Verlagsflyer). Anders als "Das Leben annehmen" ist es für Therapeuten und Berater geschrieben und enthält zahlreiche Arbeitsmaterialien, die direkt in den Sitzungen eingesetzt werden können. Die Arbeitsblätter sowie eine Reihe von Audios mit Achtsamkeitsübungen sind online verfügbar und können unter Verwendung eines Codes, der im Buch enthalten ist, auf der Homepage des Verlages abgerufen werden.


Häufig werde ich von Kolleginnen und Kollegen nach Möglichkeiten gefragt, sich in ACT auszubilden. Die Angebote sind hierzulande noch recht beschränkt, über folgende habe ich Kenntnis:

Rainer Sonntag bietet regelmäßig Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene in seiner Praxis in Olpe an. Auch im Programm der Deutschen Psychologenakademie gibt es ein Angebot zur Akzeptanz- und Commitmenttherapie. Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme an internationalen Konferenzen, zum Beispiel der ACBS-Weltkonferenz.

Die Praxis "Zum beherzten Leben" in Winterthur (CH) bietet regelmäßig Lehrveranstaltungen zu ACT an, unter anderem veranstaltet sie jährlich die Winterthurer ACT-Tage.  

Ein weiterer Veranstalter von ACT-Fortbildungen in verschiedenen Formaten ist ACT Praxis.

Außerdem gibt es natürlich das Literaturstudium sowie die Teilnahme an den bestehenden deutschsprachigen und internationalen Foren im Netz (Yahoo Groups).